Gesellschaft für deutsche Sprache und Literatur

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Tabea Steiner «Balg»

Jedes gesagte Wort, jede Geste zählt und das Ungesagte wiegt schwer. Tabea Steiner schreibt detailgenau und mit empathischem Blick auf ihre Figuren: Der Traum vom Familienidyll auf dem Land erweist sich für Antonia und Chris als trügerisch. Der Alltag mit Kind ist anstrengender als erwartet und zu den Gefühlen von Isolation und Überforderung gesellt sich eine zunehmende Entfremdung.

Das Paar trennt sich und Antonia sorgt fortan alleine für Timon. Sie droht im tristen, von Armut geprägten Alltag unterzugehen und kümmert sich nur halbherzig um ihren Sohn. Timon wehrt sich immer verzweifelter gegen diese Vernachlässigung, doch niemand erkennt den Hilferuf; Timon wird nur noch stärker ausgegrenzt. Einzig der ehemalige Lehrer Valentin, der sich im Dorf, wie Timon, zugleich eingeengt und ausgeschlossen fühlt, findet Zugang zu dem Jungen. Zwischen den beiden wächst ein fragiles Vertrauen, das von den Dorfbewohnern misstrauisch beäugt wird. Mit ihrem Debütroman «Balg» war Tabea Steiner für den Schweizer Buchpreis 2019 nominiert.

Anmeldung und Informationen unter sofalesungen.ch 

Moderation: Rebecca C. Schnyder

21.06.2020 / 17.00 Uhr

Sofa in St.Gallen

Eintritt CHF 12, ermässigt CHF 8, Mitglieder gratis

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